Wie wir das Leben von isolierten älteren Menschen in Albanien verändern

Eine Witwe, die ihre ganze Familie verloren hat, findet Gemeinschaft durch Pro Adelphos.

20. November 2024

Renten und Armut

Die Bevölkerung Albaniens wird schnell älter – ein Viertel der Menschen sind bereits über 60 Jahre alt. Die durchschnittliche Rente liegt unterhalb der Armutsgrenze, und viele ältere Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Mersine, 77, ist eine Witwe, die alleine in den Vororten von Durres lebt. Sie überlebt mit einer Rente von nur 50 Euro im Monat, was nicht einmal ausreicht, um die notwendigen Medikamente zu kaufen.

Viele ältere Menschen wurden nach Albaniens chaotischem politischen Übergang vom Kommunismus zum Marktkapitalismus ohne Ersparnisse oder soziale Sicherheitsnetze zurückgelassen.

Im Jahr 2022 erreichte die durchschnittliche Rente in städtischen Gebieten nur 44,4 % des durchschnittlichen Nettolohns. In ländlichen Gebieten liegt dieser Wert noch tiefer.

„Als ich hierher kam, haben sie mich einfach alleine gelassen.“

Mersine zog vor 19 Jahren nach Durres, nachdem ihre Söhne ihr ein Haus gebaut hatten. Sie hatte sich vorgestellt, dass sie alle zusammen in diesem Haus leben würden; aber die Arbeitslosigkeit in Albanien ist hoch und die Löhne sind niedrig,  daher zogen ihre Söhne nach Griechenland, um Arbeit zu finden. Mersine begann zu weinen, als sie sagte: „Ich kam hierher, und sie haben mich einfach alleine gelassen.“

Mersines Leben, ein einziger Kampf

Mersines Leben war nie einfach. Vor vielen Jahren arbeitete sie in einem landwirtschaftlichen Kollektiv unter dem Kommunismus. Sie wurde von ihrer Familie mit nur acht Jahren verheiratet, mit einem Mann, der 20 war. Das war damals üblich.

Auf die Frage, ob er ein guter Ehemann gewesen sei, antwortete sie: „Gut oder schlecht, ich habe Kinder mit ihm. Es war wirklich schwierig, weil ich keine Unterstützung hatte.“

Von Einsamkeit zu Freundschaft und Feiern

Mersine litt unter Isolation und Armut, als ihr eine Nachbarin von Pro Adelphos erzählte und dass sie Unterstützung benötige. Jetzt erhält Mersine regelmässige Besuche von unserem Koordinator Niko, der ihr Essen und andere wichtige Dinge bringt und Zeit mit ihr verbringt, mit ihr redet und betet.

Mersine geht heute gerne zu Veranstaltungen, die in Partnerschaft mit der örtlichen Kirche organisiert werden. Ihre Lieblingsveranstaltung war bisher eine grosse Feier in der Gemeinde. „Es herrschte eine festliche Atmosphäre, Musik und ein Festmahl. Wir genossen die Gesellschaft der anderen, und einige Leute begannen zu tanzen“, sagte Mersine. Und sie fügt hinzu: „Ich bin sehr froh, euch hier zu haben, und ich bin so froh, wenn ihr mich besucht.“

Helfen Sie uns, Einsamkeit und Hunger bei älteren Menschen, die in Isolation leben, zu beenden – machen Sie noch heute eine Spende.